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Sonntag, 27. Oktober 2024

Saisonende

Kaum begonnen, endet die Bootssaison schon wieder. Vor dem endgültigen Winterschlaf erhofften wir uns noch ein paar schöne Spätsommertage und wurden nicht enttäuscht. Die Tage werden zwar kürzer und die Sonne hat nicht mehr so viel Kraft, aber es reichte noch für T-Shirt und kurze Hose Wetter.

Dorfkern Heeg im Sonnenuntergang

Letzter Bootstörn


Wir beschlossen noch einmal Richtung Alde Feanen aufzubrechen, um dort den Saisonabschluss zu geniessen. Diesmal nahmen wir nicht den direkten Weg über den Prinzess-Magriet-Kanal sondern fuhren über Ijlst nach Sneek. 

Fahrt durch Ijlst über den Kanal
Durchfahrt Ijlst


Blick auf Ijlst vom Wasser aus
Ijlst


Zufahrt auf Sneek Blick vom Boot
Sneek voraus


Sneek


Die Sneeker Ortsdurchfahrt mit ihren 4 Brücken war um diese Zeit ganz entspannt.


Wassertor von Sneek

Durchfahrt Sneek Brücke im Rückblick

Wassertor Sneek voraus

Kurz überlegten wir im Passantenhaven vor dem Sneeker Wassertor zu übernachten, aber selbst jetzt zum Saisonende war dort kein Liegeplatz zu bekommen. So machten wir noch einmal an unserem Lieblings Marrekrite Steeg in der Höhe von Sneek fest. Wie schon vorher geschrieben, die Sonne hat nicht mehr viel Kraft und wir wurden morgens mit dichtem Nebel begrüßt.

Nebel über dem Wasser auf dem Kanal

Wiesen im Nebel

Da wird es doch dann langsam ungemütlich auf dem Boot, alles ist erstmal feucht und klamm. Natürlich auch Fussel nach einem Spaziergang durch die Wiesen im Morgentau. Weiter ging es Richtung Alde Feanen mit einem kurzen Abstecher nach Grou. Sollten wir einen Liegeplatz an der Kade im Ort finden hätten wir vielleicht noch dort übernachtet, Aber alles voll, Besuch in Grou auf die nächste Saison verschoben. 


Earnewald


Also weiter zum Passantenhaven Earnewald und einen unserer Lieblingsplätze dort ergattert.
 
Blick auf das Bootheck im Passantenhaven Earnewald

Blick auf das Boot im Passantenhaven vom gegenüberliegendem Kai

Das Wochenende stand vor der Tür, Wetteraussichten gut, es wurde wieder "angenehm" rummelig und gab ausreichend Hafenkino. Wie genossen das letzte Eis in der Sonne, ein leckeres Abendessen im Grand Cafe Yn ´e Haven.
 
Britta kommt mit 2 Eisbechern aus der Eisdiele

Fussels neue Freunde Flocke und Simba waren noch vor Ort, so konnten sie Saisonabschluss mit diversen Leckerchen feiern. So schön das Wetter war, so schnell änderte es sich auch wieder und nach 3 Tagen nahmen wir Abschied, zurück in den Heimathafen. 


Harlingen


Von dort noch einen Ausflug mit dem Auto nach Harlingen, muss einmal im Jahr sein. Blick auf das Wattenmeer und die Nordsee, Stadtbummel, ein Kaffee in der Sonne. 

Statue Frau mit Koffer auf dem Kopf am Pier von Harlingen

Britta und Fussel auf dem Pier von Harlingen

Britta sitzt auf der Terrasse eines Cafes

Nach diesen letzten schönen Tagen ging es dann an die Vorbereitungen für das Winterlager, Termine absprechen und schon die ersten Sachen von Bord nach Hause schaffen. Wie immer ein kleiner Umzug. Bevor es endgültig in das Winterlager ging verbrachten wir noch ein verlängertes Wochenende mit unserem Stammtisch am Veluwemeer, dazu noch ein späterer Blogeintrag. 


Letzte Tage an Bord


Nach diesem Kurzurlaub zurück auf das Boot. Zeit um Abschied von Heeg zu nehmen, rin letzter Einkaufsbummel in Sneek. Das Boot wurde endgültig leer geräumt, Gasflaschen, Bettzeug, Lebensmittel,... Umzug Teil 2. Zum Glück überwintert die Aquamarijn in einer geheizten Halle, Polster und Matratze können an Bord bleiben. Den Wassertank komplett entleeren und noch Diesel voll tanken, damit sich kein Wasser über den Winter im Kraftstofftank absetzt. Auf der Fahrt zum Winterlager regnete und windete es natürlich, aber zum Glück nur eine kurze Fahrt bis zur Halle. Noch ein letztes Pläuschchen mit unserem Winter-Jan, welche Arbeiten sollen über den Winter gemacht werden. 
Dann hieß es bis zum nächsten Jahr Aquamarijn.

                                                 Captain inspiziert das Bootsinnere, Fussel schaut von Deck zu

und tot ziens Heeg
 
Sonnenuntergang am Heeger Meer, Licht bricht durch die Wolken

Fussel sitzt auf dem Steeg vor dem Heegermeer

Glücklich schauen wir auf die Saison zurück und haben die nächste schon im Blick.

Britta und Captain auf dem Boot während der Fahrt

Sonntag, 16. Juni 2024

Marrekrite

Endlich mal wieder ein paar Tage raus, Zeit an der 

Marrekrite 


genießen und die Seele baumeln lassen.

Sneeker Meer vom Boot aus


Auf das Wetter zwar noch einen Blick geworfen, aber meistens kommt es eh anders als vorhergesagt. So starteten wir Richtung Sneek, Ziel, wie fast immer dort, unser 'Gewittersteiger' im Kruiswetter. Dieser war erstaunlich gut besucht für diese Jahreszeit aber ein Plätzchen findet man eigentlich immer. Rund um und im Sneeker Meer gibt es zahlreiche Marrekriteplätze.


Marrekrite im Kruiswetter


Man liegt an einem festen Steg oder auch direkt an Wiesen an einer Insel. Von unserem Lieblingsplatz am Steg hat man eine prima Aussicht auf den Prinses-Magriet-Kanal und die Kanaleinfahrt nach Sneek. Nicht der absolut ruhige und idyllische Marrekrite Platz, aber das macht auch die tollen, abwechslungsreichen Liegeplätze aus. Auf jeden Fall auch genug Wege und kleine Wiesen auf der Insel für unseren Fussel zum Toben.


Hund auf Wiese

Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Grou bzw. Pikmar.


Fahrt ins Pikmar


Da das Wetter gut war fuhren wir eine Schleife über das Sneeker Meer, Zoutepoel, Heerenzijl - hier die Brückendurchfahrt :



Terkaplester Poelen, Akkrum. Eigentlich wollten wir Akkrum auch durchfahren, aber der Warteplatz vor der ersten Brücke war so unübersichtlich und eng, dass wir umgekehrt sind. Über Terherne dann wieder raus Richtung Prinses-Magriet Kanal. Einen kurzen Abstecher noch nach Jirnsum zum Tanken und weiter Richtung Endziel Marrekrite Sitebuorser Ie. 

Marrekrite Sitebourster Ie


Diese Marrekrite Insel hat 2 kleine Hafenbecken in denen man sehr geschützt liegt. Wir wählten einen Liegeplatz an einem Steg in einer Zufahrt, geschützt aber noch mit Blick auf das Wijde bzw. Sitebourster Ee. Plan war so 2 Tage zu bleiben und dann langsam wieder den Rückweg anzutreten, vielleicht mal ein Abstecher nach Grou.

Es kam wie immer anders. Für die nächsten Tage war plötzlich Windstärke 7 angesagt, also blieben wir insgesamt 3 Tage an unserem sicheren Marrekrite Platz, es gibt schlimmeres. So plötzlich wie die Wettervorhersage sich auf Windstärke 7 festgelegt hatte änderte sie auch am nächsten Tag wieder ihre Meinung, nur noch ein 'laues' Lüftchen für die nächsten Tage. 

Boot liegt an Steg  an einer Insel

Blich auf Wasser Wijde Ie

Segler auf dem Wasser Wijde Ie

Hund auf Steg vor Wasser

Sonnenuntergang durch Regenfenster


Wir fuhren dann in einem Rutsch durch Richtung Heimathafen Heeg, es gab schon wieder Verpflichtungen zuhause.

Sonntag, 11. Dezember 2022

Saisonende 2022

Der letzte Akt der Saison. Immer eine wehmütige Angelegenheit. Fairerweise muss ich zugeben: In diesem Jahr waren wir tatsächlich "nur" wehmütig. Das war schon unsere vierte Saison, aber es war die erste, von der wir das Gefühl hatten, dass wir sie voll ausnutzen konnten. Ab und an muss ich vor allem an das Saisonende in unserem annus horribilis 2020 denken. Wie gut, dass es dies Jahr anders war. Ich hatte fast den kompletten Sommer auf dem Wasser verbracht, auch der Captain hatte so viele Tage wie nie auf unserer kostbaren Aquamarijn. Aber nun war Schluss mit lustig. 

Wegmarke Eilandbrug
Eilandbrug Kampen, die immer freudig begrüßte Wegmarke

Unsere Planung gab keine volle Woche mehr her. Wir fuhren Mittwochs gegen späten Abend los und Dienstags zurück. Das Wetter war durchwachsen in diesen Tagen. Gut, dass wir am langen Wochenende Anfang Oktober unsere Abschiedsrunde bereits gedreht hatten. Diesmal blieben wir durchgängig im schon ziemlich leeren Hafen. Es war ersichtlich Herbst, die ersten Boote fielen bereits auf den Parkplatz ;)

Hafen zum Saisonende
Es wird merklich leerer im Hafen

Boote raus aus dem Wasser
Statt Blätter fallen hier im Herbst die Boote auf die Straße  

Haben ist besser als brauchen

Wir räumten um und räumten aus. Vor allem letzteres. Da unser Boot den Winterschlaf in einer Halle hält, müssen wir das eigentlich nicht in diesem Ausmaß. Wir packten aber diesmal vieles ein. Vor allem alle Camping-Gadgets. Man weiß ja nicht, was den Winter über  passiert. Auch wenn ich sonst eher nicht die Großmeisterin im Horten und Sammeln bin, weiß ich doch: Es gibt Lebenslagen, da gilt: haben ist besser als brauchen. Im Winter dumm gucken und sagen: Ach Menno, das haben wir auf dem Boot, das könnten wir jetzt so gut brauchen - das würde mich mega ärgern. Also kann jetzt kommen, was will: Zur Not machen wir Camping daheim. E basta. 

Nicht nur Arbeit  

Noch einmal fuhren wir nach Sneek, Einkaufsliste abarbeiten. NL-freie Zeit will überbrückt werden. Immerhin - die Eisdiele hatte noch auf. Gegen die Kälte Eis mit einem Kopje Koffie. Zu dem es ein Eis gab. Nettjes oder? Am Wochenende kam noch die Verwandschaft, auf dem familieneigenen Segelboot war auch noch einiges zu tun. Wie immer also geschäftige Tage. Aber nicht alles war Arbeit in diesen Tagen. Ein paar schöne Stunden waren noch drin. Wir schlossen die Unternehmungen der Saison mit einem Bummel durch das schöne Workum ab und entdeckten tatsächlich noch ein paar schicke to-dos, die für nächstes Jahr auf die Liste kommen. Wie im Vorjahr gönnten wir vier uns ein etwas schickeres Abschiedsessen und damit finito la musica.  

Eisdiele in Sneek
Eis mit Kaffee mit Eis 


Ab ins Winterlager    

Nach einem letzten Abendrot und einer malerischen Nacht brachten wir Dienstags unsere Aquamarijn in die Halle. In leichter Schieflage. Wassertank leer, Benzintank voll, da ist das so. Aber die Fahrt verlief dies Jahr völlig ereignislos. Puuh. Das hätte ich auch kein zweites Mal gebraucht.  Der Motor war die ganze Saison über Thema, wir hatten noch einiges machen lassen auf Empfehlung der Werft unseres Vertrauens. Auch da galt: Haben ist besser als brauchen. 

Sonnenuntergang im Hafen
Am letzten Hafen-Abend des Jahres gab der Sonnenuntergang nochmal alles

Heeg am Abend
Abschieds-Spaziergang - Heeg im Abendlicht

Angelegt Winterlager
Angekommen im Winterlager 

Boote im Winterlager
Das Nachbarboot wartet bereits in der Halle auf die Aquamarijn 

Boot gut an den Steg des Winterlagers gelegt, noch ein netter Plausch mit dem Meister des Winters, der alles Weitere erledigt und dann ging es zurück. Das Wetter gab an dem Tag nochmal alles, man hätte gut länger fahren können. Aber nun. So spazierten wir mit dem guten Gefühl einer tollen Saison im Rücken zurück zum Hafen, machten noch ein Picknick am Aquaduct und das war's. Der letzte Schritt war getan 


Guten Winterschlaf, beste Aquamarijn. Nächstes Jahr hast Du einen Passagier mehr.      

Der letzte Eintrag des Jahres im Logbuch gilt dem Resümee. Wie war sie denn jetzt in Gänze, die Bootssaison? Bitte hier entlang 


Sonntag, 20. November 2022

Von Sneek nach Heeg mit dem Boot

Hatte ich "wir legten uns gemütlich an eine Marrekrite vor Sneek" geschrieben? Öhm ja. So blieb es aber nicht. Gemütlich am A..... die Waldfee. 

Stürmische Nacht an der Marrekrite 

Der Wind frischte nicht nur ordentlich auf, nein. Er beliebte auch zu drehen. In eine äußerst ungünstige Richtung. Wir waren bereits das dritte Mal an genau dieser Marrekrite. Bisher haben wir es als guten Kompromiss erlebt, wenn man abends nicht mehr ins belebte Sneek reinfahren will. Trotz des ganzen Bootsverkehrs am Sneeker Kanal 't Ges und vom PMK her. Diesmal war es anders. Der Wind stand vor uns und versuchte mit Macht, uns gegen den Steiger zu drücken. Passierte natürlich nicht. Wenn der Gatte eine Spring legt, legt er die ordentlich. An dem Abend legte er direkt zwei, wir lagen also sicher. Es schaukelte aber ziemlich. Auch das wäre noch nicht so schlimm gewesen, sondern eher unter "So ist das halt manchmal an der Marrekrite" zu verbuchen. 

Doch kaum ebbte der Sonntagabend-Verkehr ab, kamen die üblichen Verdächtigen aus ihren Löchern. Die ortsansässige abenteuerlustige Jugend mit ihren kleinen Gummibooten, die speedtechnisch durchaus was können. Ja, I feel them. Ich erinnere mich an diesen Spaß. Ändert aber nichts daran, dass es liegende Boote hart nervt. Im Wassersport/NL- Blog nannte man diese Jungs gar schon Rubber-Boat-Terroristen. Wir schuckelten uns also durch den Abend. Die Nacht ging so halbwegs, aber Montagsmorgens ging es mit dem Geschuckel weiter. Wir hatten mittlerweile Windstärke 4, die ersten Charterboote kamen aus dem Kanal, gerne auch mit mehr Speed als erlaubt. Wenn kostbare Charterzeit anbricht, zählt jede Minute. Auch das erinnere ich gut und ich kann es noch nachfühlen. Dennoch - muss man sich direkt als Charter-Rambo einführen?     

Marrekrite am Princess Margriet Kanal
Frühmorgens an der Marrekrite ist die Welt noch in Ordnung 


Ein Plan ist dafür da, geändert zu werden 

Die Wetteraussichten waren auch nicht prall. Wir überlegten hin und her und - ein Plan ist dafür da, dass man ihn ändert. Wir sahen nicht mehr den großen Erlebniswert darin, bei Regen und Sturm in Sneek zu liegen. Die Sneeker Webcam verriet mir zudem, am Waterpoort ist wie fast immer kein Platz  und an den Kaden davor sind zu allem Überfluss Bauarbeiten im Gange. Ganz ehrlich? Mussten wir nicht zwingend haben. Eine Marrekrite irgendwo musste auch nicht sein bei dem Wetter. Der September war fortgeschritten, es ist abends früh und morgens lange feucht. Kurz: Die Luft war raus. Woanders ist manchmal halt auch Scheiße. 


Zugvögel an der Marrekrite
Es wird leicht wellig. Die Zugvögel flüchten auch schon 

Wir hatten unseren festen Liegeplatz immer nur wochenweise freigegeben und mit unserem Hafenmeister vereinbart, dass wir uns von unterwegs melden. Unsere Box im Heimathafen war also frei und der Gedanke war verlockend. Schön zurück in den Heimathafen gondeln bei noch erträglichem Boots-Fahrwetter und die restlichen Tage des Urlaubs komfortables Hafenleben genießen. Für das nächste Wochenende war großes Hafenfest angesagt, ein großer Boots-Putztag musste vorher auch noch eingelegt werden (das Pollen auf Persenning Drama hatte sich immer noch nicht komplett erledigt) 

Von Sneek zurück nach Heeg 

Wir fuhren also ganz gemütlich zurück. Kurze Runde noch durch die ersten Kanäle von Sneek, dann zurück auf den PMK und schließlich über den Johan Friso Kanal zurück nach Heeg. Kurz noch dem schönen Platz am Aquaduct gewinkt, den ich während meiner Allein im Hafen Zeit öfter beehrt hatte und dann waren wir zurück. Home sweet floating home.  

 
Aquadukt Jeltesloot Recreatie
Rastplatz am Aquadukt 

Abends im Heimathafen
Ach ja. Schönen Liegeplatz haben wir da 

Kuh-Orakel
Das Kuh-Orakel* war noch ziemlich ambivalent über die Wetteraussichten einig

*Kuh-Orakel? Watt'n datt'n? : Ein Relikt aus meiner Kindheit. Steckt in meinen "holländische-Bäuerinnen-Genen" drin. Also: Kühe können Regen erahnen. Um sich ein Stück trockene Wiese zu sichern, legen sie sich hin, wenn Regen droht. Damit sie auch bei Schlechtwetter was zu futtern haben. Sieht man also eine Wiese mit liegenden Kühen, kann man sicher sein, gleich gibt es Regen. Blöderweise legen sich manche Kühe auch zum Wiederkäuen hin. Sieht man also eine Wiese mit einigen liegenden und einigen stehenden Kühen, weiß man nicht: Regnet es gleich oder käuen die noch wieder. Ist also mehr ein Gag am Rande. Aber - wie gesagt: Wenn alle liegen, dann regnet es ziemlich sicher.  

Hier geht es weiter: Die letzte Urlaubswoche im Heimathafen 

Mittwoch, 9. November 2022

Von Earnewald mit dem Boot bis Sneek

Eine großartige Woche war das. Erst an den Marrekriten der Alde Feanen, dann im Hafen von Earnewald .  Ich kenne wenige Orte, die soviel Frieden und Zauber ausstrahlen. Viel zu schnell war Woche zwei des Sommerurlaubs auch Geschichte. Am Sonntag war allerfeinstes Boots-Fahrwetter und obwohl wir eine Woche zuvor so schlechte Erfahrungen gemacht hatten, brachen wir ein weiteres Mal an einem Sonntag auf. 

Von Earnewald mit dem Boot bis Sneek 

Es war wiederum voll, aber ich spoilere direkt: Keine Aufreger.  Auf dem Hinweg nahmen wir den direkten Weg über den Princess Margriet Kanal (PMK), für den Rückweg hatten wir uns den landschaftlich schöneren Weg aufgespart. Wir brachen früh aus der Gemeente Earnewald auf und fuhren aus dem Nationalpark raus über den langen Hooidamssloot. Einen Tag vorher waren ihn noch mit dem Fahrrad abgefahren. Hinter der Brücke ist dann auch für unsere Aquamarijn ein kurzes Stück Turfroute drin.  Ansonsten sind wir für diese bestimmt sehr schöne Route leider zu groß. 

Fahrradfähre Turfroute
Heute fährt das Pontje ohne uns

Turfroute Anfang
Kleiner Einblick in die Turfroute

über die krumme Ie nach Grou 

Wir nahmen stattdessen die krumme Ie, einen sehr schönen abseitigen Kanal, der sich am Rand des Nationalparks entlang schlängelt. Krumme Ie eben. Nomen est omen. Sehr lohnend. Wenn Ihr von den Alde Feanen nach Sneek oder Grou wollt, nehmt diese Route. Dankt mir später. 

Open Keersluis Krumme IE
Video von der Krumme Ie gibt es bei Instagram. Link in der Seitenspalte rechts 
 

Kleiner Abstecher über den Boarnstream 

Diese Route endet im schönen Pikmar vor Grou. Bei Grou geht es dann wieder auf den PMK. Man könnte auch über Akkrum und die Terkaplester Poelen fahren, das wäre die wiederum landschaftlich schönere Route. Aber für die Orts-Durchquerung Akkrum braucht man Zeit. Man muss durch eine Eisenbahnbrücke, welche nur kurz zu bestimmten Zeiten eine Chance bietet. Wir begnügten uns mit einem Abstecher an der oude Schouw (alte Schule) über den Fluss Boarnstream zur gleichnamigen Werft für einen "Schaufensterbummel"  

Boarnstream Jirnsum
Gibt immer viel zu sehen auf dem Boarnstream

Über die Schleuse nach Sneek 

Gemütlich gondelten wir zurück über die offenstehende Schleuse von Terherne nach Sneek. Es wurde zunehmend windiger und vor Sneek war der übliche Sonntag-Abend-Rückkehrer Betrieb. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage war schlecht. Der grobe Plan sah vor, mit dem Boot nach Sneek zu fahren und dort ein, zwei Tage zu bleiben, bevor es langsam Richtung Heimathafen gehen sollte. Aufgrund des Betriebs legten wir uns aber für's Erste gemütlich an eine Marrekrite direkt vor Sneek. Den Betrieb braucht keiner mehr am Abend. Dann lieber in Ruhe am nächsten Tag.                

Marrekrite vor Sneek
Moon over Marrekrite

Und hier geht es weiter: Von Sneek zurück nach Heeg. Warum wir unseren Plan änderten und zurück in den Heimathafen führen. Und was es mit dem Kuh-Orakel auf sich hat?   


Montag, 8. Mai 2017

Tussendoortje - Tanz in den Mai

Wir haben es tatsächlich schon getan. Wir waren schon draußen, also so richtig jottwehdeh draußen. Als "Tussendoortje" am langen 1.Mai Wochenende. Zu viert mit Schwager und Schwägerin waren wir im geliebten Friesland und tanzten mit Wellen und Wind in den Mai.


Wir charterten ein fast 11m großes Boot, aufgrund unserer guten Erfahrungen wiederum bei Wetterwille in Terherne. Platz genug hatten wir also, zwei Doppelbett-Kabinen mit genug Beinfreiheit, von Kopf-freiheit reden wir ganz dezent mal nicht. Es ist halt ein Boot. Unsere Yacht, die Nord, war eine Rogger, eine Yacht alter traditioneller Bauart, ähnlich den Doeraks, die in Friesland überall rumfahren und sowas wie die schwimmende Entsprechung des Volkswagens sind. Diese Boote haben einen ganz flachen Bug - wozu der gut ist, merkten wir, als wir einmal kurz davor waren, auf Grund zu laufen. Zum Glück nur kurz davor. Es war wohl echt die berüchtigte Handbreit Wasser unterm Kiel. Ein anderes Schiff hatte nicht soviel breiter-Bug-Glück, aber glücklicherweise war da schon andere Rettung auf dem Weg. Wir empfanden die Nord auf jeden Fall mehr so als Gleiter denn als Kreuzer und so richtig begeistert hat uns das nicht. Aber egal. Wir hatten Platz genug und nannten unser schwimmendes Zuhause auf Zeit einfach kurzerhand "die Fähre". Und vor allem mit dem Schwager - von Haus aus erfahrener Segler - hatten wir soviel fachkundige Tatkraft an Bord, dass selbst die schwierigsten Manöver und davon hatten wir bei Windstärke fünf bis sechs so einige - gut zu meistern waren.

Der Schwager ist wie gesagt begeisterter Segler, hat auch ein eigenes Segelboot. Aber ihn interessierte unsere Art des Urlaubs sehr und auch die nicht so camping-begeisterte Schwägerin war neugierig. Vorab- beide fanden es toll und wir werden das sicher wiederholen. Schwägerin und ich haben uns auch schon das nächste Schiff ausgesucht. Die Maxima von Wetterwille. Ist zwar dezente 17 Meter lang, aber was soll's. Sie hat vorne zwei fest integrierte Sonnen-Liegen an Bord, das ist doch wohl top. Ich sehe uns da schon vor meinem geistigen Auge. Kein Wunder, dass das Schiff nach der Königin heißt.

Großartig geplant hatten wir unsere Route vorher nicht, denn " wir kennen uns ja aus". (Wurde das geflügelte Wort des Urlaubs, vor allem, weil wir uns gleich am ersten Tag erstmal so richtig ver-navigierten. Geplant war lediglich, das Sneeker und das Heeger Meer zu erkunden, die größten Segelreviere, da war der Schwager neugierig drauf. Freitags nach Einkauf und Bootsbeladung - ich hatte schon am Vortag festgestellt, es ist fast egal, ob man zwei Tage oder zwei Wochen fährt, die Gepäckmenge unterscheidet sich nur marginal - fuhren wir dann über die offene Terherner Schleuse und wurden tatswahrhaftig von einem aus dem Gebüsch springenden Reh begrüßt. Ab aufs Sneeker Meer, der Wind blies ordentlich, die Sonne war noch zaghaft. Kreuz und quer, einmal kurz bei Hart van Friesland reingeschaut und nach besagter Irrfahrt beim Marrekrite Steg am Houkesloot angelegt. Ruhe, Einsamkeit und Glühwein genießen. So kommen die Reste des Winters doch noch zu Ehren. Wurde gerne genommen, war echt kalt. Aber wir sind ja echte Bootsleute, da wird der Außensteuerstand genutzt, komme, was wolle. Basta.




Die nächsten Tage brachten die spannende Ortsdurchfahrt durch Sneek, die gemächliche durch Ijlst, Brückenmanöver, Aquaduct-Befahrungen, viel viel Wind am Heeger Meer, Mittagspausen an einsamen Marrekrite-Inseln, Abende in mäßig belegten Passantenhäfen, lecker essen in Heeg , Burger mit ohne Brötchen und immer wieder kritische An-und Ablegemanöver aufgrund des Windes. Die aber vor allem unsere Männer souverän meisterten, sogar im engen Wetterwille Heimathafen schafften wir es mit viel Geduld und Augenmaß. Einfach so an den Passantensteg und warten, bis Wetterwilles kommen  - nicht mit uns. Das geht gegen die Ehre unserer doch schon recht erfahrenen Männer, das können alle anderen machen. Wir nicht. Hat auch alles geklappt. Ohne auch nur einen Mini-Kratzer. Und wenn die Fender dafür noch so oft in der Höhe verändert werden müssen. dann machen wir das eben. Bootfahren ist ja nichts für Faulenzer. Spannend diesmal auch die Brückenmanöver. Wozu warten, dass die Brücken sich heben, wenn man auch den Mast legen, die Fahne einholen und sich ducken kann. Fünf Zentimeter Platz unter der Brücke durch reichen doch locker. Unschwer zu erraten, weshalb es davon keine Bilder gibt.







Wir sahen viele tolle Boote, beobachten viele spannende Manöver, im Heeger Passantenhafen sogar von einem Plattboden-Schubverband. Die konnten was, die Jungs. Sahen einen Regattastart und auf der Lieblingsinsel vom letzten Jahr . der mit dem Sofa - beobachten wir noch eine ganz verrückte Aktion. Wir saßen gerade schön unter Deck, aßen ein feines heißes Süppchen nach bereits gelungenen Anlege- und Aperol-Spritz-Manövern, als sich mit lautem Techno-Gewumm eins der berüchtigten "Le Boat" Partybomber ankündigte, ganz offensichtlich ein Junggesellenabschied auf dem Wasser. Der arme Bräutigam wurde erstmal unter großem Hallo ins eiskalte Wasser geschmissen, soweit so kalt. Aber was dann kam! Da meint man ja immer, man hätte schon alles gesehen. Das meiste zweimal. Aber irgendeiner setzt immer noch einen drauf. Auf der Insel gab es mehrere große Erdhaufen, wir vermuten, das kleine Hafenbecken wurde neu ausgebaggert. Die Feier-Meier müsen das gewusst haben und ich sach Euch: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Schwägerin beobachtete alles aufmerksam und sagte auf einmal: Die machen eine Möhre aus dem Bräutigam! Wie jetzt? Möhre? Ja, eine Möhre. Der Bräutigam bekam ein Möhrenkostüm angezogen und wurde in seiner ganzen karottigen Pracht in den Erdhaufen gesteckt und mit Erde beworfen. Glaubt es oder lasst es. Aber wir waren zu viert. Wir bezeugen das alle ! Es war kein Halluzinogen in unserer Hühnersuppe. Auch wenn wir sie in Holland gekauft haben.....



Das Wetter war fast durchgehend gut. Sehr sehr viel Sonne, erste Sonnenbrände sind zu vermelden, aber eben auch sehr sehr windig und dadurch wirklich richtig kalt. Die paar Klamotten, die wir bei hatten, hatten wir auch alle an. Übereinander. Aber - wir haben einmal tief durchgeatmet, waren ganz eins mit uns und der tollen Natur. Und wie immer an Bord - einfach glücklich. Und jetzt heißt es warten bis Ende August. Sehnsucht bleibt ein Notfall, ein immerwährender.

Satz des Wochenendes: Wir kennen uns ja aus.
Befehl des Wochenendes: Mast legen, Fahne einholen, Kopf einziehen, nee besser flach hinlegen, dann passt das schon. ( Köpfe sind noch dran, Boot und Brücken unbeschädigt. Passte wirklich alles. Geht doch nichts über Augenmaß)
Rätsel des Wochenendes: Haben Adam und Eva  den Winter nicht überlebt? Sind sie etwa untergegangen?