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Montag, 8. Mai 2017

Tussendoortje - Tanz in den Mai

Wir haben es tatsächlich schon getan. Wir waren schon draußen, also so richtig jottwehdeh draußen. Als "Tussendoortje" am langen 1.Mai Wochenende. Zu viert mit Schwager und Schwägerin waren wir im geliebten Friesland und tanzten mit Wellen und Wind in den Mai.


Wir charterten ein fast 11m großes Boot, aufgrund unserer guten Erfahrungen wiederum bei Wetterwille in Terherne. Platz genug hatten wir also, zwei Doppelbett-Kabinen mit genug Beinfreiheit, von Kopf-freiheit reden wir ganz dezent mal nicht. Es ist halt ein Boot. Unsere Yacht, die Nord, war eine Rogger, eine Yacht alter traditioneller Bauart, ähnlich den Doeraks, die in Friesland überall rumfahren und sowas wie die schwimmende Entsprechung des Volkswagens sind. Diese Boote haben einen ganz flachen Bug - wozu der gut ist, merkten wir, als wir einmal kurz davor waren, auf Grund zu laufen. Zum Glück nur kurz davor. Es war wohl echt die berüchtigte Handbreit Wasser unterm Kiel. Ein anderes Schiff hatte nicht soviel breiter-Bug-Glück, aber glücklicherweise war da schon andere Rettung auf dem Weg. Wir empfanden die Nord auf jeden Fall mehr so als Gleiter denn als Kreuzer und so richtig begeistert hat uns das nicht. Aber egal. Wir hatten Platz genug und nannten unser schwimmendes Zuhause auf Zeit einfach kurzerhand "die Fähre". Und vor allem mit dem Schwager - von Haus aus erfahrener Segler - hatten wir soviel fachkundige Tatkraft an Bord, dass selbst die schwierigsten Manöver und davon hatten wir bei Windstärke fünf bis sechs so einige - gut zu meistern waren.

Der Schwager ist wie gesagt begeisterter Segler, hat auch ein eigenes Segelboot. Aber ihn interessierte unsere Art des Urlaubs sehr und auch die nicht so camping-begeisterte Schwägerin war neugierig. Vorab- beide fanden es toll und wir werden das sicher wiederholen. Schwägerin und ich haben uns auch schon das nächste Schiff ausgesucht. Die Maxima von Wetterwille. Ist zwar dezente 17 Meter lang, aber was soll's. Sie hat vorne zwei fest integrierte Sonnen-Liegen an Bord, das ist doch wohl top. Ich sehe uns da schon vor meinem geistigen Auge. Kein Wunder, dass das Schiff nach der Königin heißt.

Großartig geplant hatten wir unsere Route vorher nicht, denn " wir kennen uns ja aus". (Wurde das geflügelte Wort des Urlaubs, vor allem, weil wir uns gleich am ersten Tag erstmal so richtig ver-navigierten. Geplant war lediglich, das Sneeker und das Heeger Meer zu erkunden, die größten Segelreviere, da war der Schwager neugierig drauf. Freitags nach Einkauf und Bootsbeladung - ich hatte schon am Vortag festgestellt, es ist fast egal, ob man zwei Tage oder zwei Wochen fährt, die Gepäckmenge unterscheidet sich nur marginal - fuhren wir dann über die offene Terherner Schleuse und wurden tatswahrhaftig von einem aus dem Gebüsch springenden Reh begrüßt. Ab aufs Sneeker Meer, der Wind blies ordentlich, die Sonne war noch zaghaft. Kreuz und quer, einmal kurz bei Hart van Friesland reingeschaut und nach besagter Irrfahrt beim Marrekrite Steg am Houkesloot angelegt. Ruhe, Einsamkeit und Glühwein genießen. So kommen die Reste des Winters doch noch zu Ehren. Wurde gerne genommen, war echt kalt. Aber wir sind ja echte Bootsleute, da wird der Außensteuerstand genutzt, komme, was wolle. Basta.




Die nächsten Tage brachten die spannende Ortsdurchfahrt durch Sneek, die gemächliche durch Ijlst, Brückenmanöver, Aquaduct-Befahrungen, viel viel Wind am Heeger Meer, Mittagspausen an einsamen Marrekrite-Inseln, Abende in mäßig belegten Passantenhäfen, lecker essen in Heeg , Burger mit ohne Brötchen und immer wieder kritische An-und Ablegemanöver aufgrund des Windes. Die aber vor allem unsere Männer souverän meisterten, sogar im engen Wetterwille Heimathafen schafften wir es mit viel Geduld und Augenmaß. Einfach so an den Passantensteg und warten, bis Wetterwilles kommen  - nicht mit uns. Das geht gegen die Ehre unserer doch schon recht erfahrenen Männer, das können alle anderen machen. Wir nicht. Hat auch alles geklappt. Ohne auch nur einen Mini-Kratzer. Und wenn die Fender dafür noch so oft in der Höhe verändert werden müssen. dann machen wir das eben. Bootfahren ist ja nichts für Faulenzer. Spannend diesmal auch die Brückenmanöver. Wozu warten, dass die Brücken sich heben, wenn man auch den Mast legen, die Fahne einholen und sich ducken kann. Fünf Zentimeter Platz unter der Brücke durch reichen doch locker. Unschwer zu erraten, weshalb es davon keine Bilder gibt.







Wir sahen viele tolle Boote, beobachten viele spannende Manöver, im Heeger Passantenhafen sogar von einem Plattboden-Schubverband. Die konnten was, die Jungs. Sahen einen Regattastart und auf der Lieblingsinsel vom letzten Jahr . der mit dem Sofa - beobachten wir noch eine ganz verrückte Aktion. Wir saßen gerade schön unter Deck, aßen ein feines heißes Süppchen nach bereits gelungenen Anlege- und Aperol-Spritz-Manövern, als sich mit lautem Techno-Gewumm eins der berüchtigten "Le Boat" Partybomber ankündigte, ganz offensichtlich ein Junggesellenabschied auf dem Wasser. Der arme Bräutigam wurde erstmal unter großem Hallo ins eiskalte Wasser geschmissen, soweit so kalt. Aber was dann kam! Da meint man ja immer, man hätte schon alles gesehen. Das meiste zweimal. Aber irgendeiner setzt immer noch einen drauf. Auf der Insel gab es mehrere große Erdhaufen, wir vermuten, das kleine Hafenbecken wurde neu ausgebaggert. Die Feier-Meier müsen das gewusst haben und ich sach Euch: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Schwägerin beobachtete alles aufmerksam und sagte auf einmal: Die machen eine Möhre aus dem Bräutigam! Wie jetzt? Möhre? Ja, eine Möhre. Der Bräutigam bekam ein Möhrenkostüm angezogen und wurde in seiner ganzen karottigen Pracht in den Erdhaufen gesteckt und mit Erde beworfen. Glaubt es oder lasst es. Aber wir waren zu viert. Wir bezeugen das alle ! Es war kein Halluzinogen in unserer Hühnersuppe. Auch wenn wir sie in Holland gekauft haben.....



Das Wetter war fast durchgehend gut. Sehr sehr viel Sonne, erste Sonnenbrände sind zu vermelden, aber eben auch sehr sehr windig und dadurch wirklich richtig kalt. Die paar Klamotten, die wir bei hatten, hatten wir auch alle an. Übereinander. Aber - wir haben einmal tief durchgeatmet, waren ganz eins mit uns und der tollen Natur. Und wie immer an Bord - einfach glücklich. Und jetzt heißt es warten bis Ende August. Sehnsucht bleibt ein Notfall, ein immerwährender.

Satz des Wochenendes: Wir kennen uns ja aus.
Befehl des Wochenendes: Mast legen, Fahne einholen, Kopf einziehen, nee besser flach hinlegen, dann passt das schon. ( Köpfe sind noch dran, Boot und Brücken unbeschädigt. Passte wirklich alles. Geht doch nichts über Augenmaß)
Rätsel des Wochenendes: Haben Adam und Eva  den Winter nicht überlebt? Sind sie etwa untergegangen?

Sonntag, 25. September 2016

Schlendrian mit Stippvisiten

Wir sind immer noch nicht weg. Der Morgen ist mild, der Wind still und das Boot echt mückenversifft. So geht es ja auch nicht. Ist doch auch nicht gemütlich für unsere mitreisenden Spinnen. Also Putzaktion. Machen Männer auf Booten so. Immer wieder zu beobachten. Immer wieder süß.




Und dann - kaum abgelegt, schon wieder angelegt. Wir finden auf unserer Schlendrian-Fahrt die zum Passantenhafen Heeg gehörende Insel fast leer vor. Bis auf eine Schulklasse, die dort gerade ihren Sportunterricht abhält. Sprich Segeln lernt. Ach Holland, Deine Kinder haben es echt besser. Uns ist warm und wir haben ja Zeit. Also erstmal an den Strand der Insel und ab ins Wasser. Ist nur so mittel erfrischend, zumal der Boden echt verschlammt ist. Die lange Saison und die vielen Boote lassen grüßen. Danach kurze Stippvisite im Passantenhafen Heeger Wal, wir wollen nur gucken, wie weit so der Neubau ist. Klärt sich nicht so ganz,  es stellt sich die Frage: ist das jetzt Kunst oder ein Dachstuhl? Danach fahren wir noch ein bißchen im Heeger Außenbezirk rum, bestaunen die vielen schönen Plattboden-Boote - Skutjes heißen die wohl hier, ich kannte die früher als Tjalks, aber nun, Zeiten ändern sich - by Heech van de Mar, die wir ebenfalls sehr freundlich von der Boot in Erinnerung haben. Und wir suchen die Veenstra Vishal  und - finden sie wieder nicht. Auf Google Earth zuhause hatte ich sie gesichtet, aber das hier ist nicht Google, Suchmaschine Britta analog klappt nicht so ganz.  Ganz ehrlich, das Ding ist doch ein maritimer Mythos. Anders können wir es uns nicht erklären.



Egal, Karl. Ab auf Johan Friso - Gott sei seiner Seele gändig - sein Kanal, übers Äquaduct auf die Autobahn, sprich auf dem PMK, den großen Princess Margriet Kanal, Sagte ich schon, dass ich diese Äquaducte sensationell finde? Ja, oder? Auf dem PMK jedenfalls ist erstaunlich wenig los, uns soll es recht sein. Ziemlich schnell sind wir auf dem Sneeker Meer und drehen erstmal eine Spaßrunde. Gucken, was so los ist. Außer weiteren Schulklassen, die segeln lernen, nicht ganz so viel. Auch die zahlreichen Anleger bieten noch reichlich Auswahl. Sind aber auch viele hinzugekommen in den letzten Jahren. Die Marrekrite leistet einfach großartige Arbeit. Wir umrunden mal das Start-Eiland, den Profi-Yachthafen mitten im Meer. Außer den unvermeidlichen Le-Boat-Crews, von denen wir diesen Urlaub recht viele sahen - scheint eine gute Zeit für Gruppentouren zu sein - ist es auch dort recht leer. Wir werden also bestimmt auch später am Abend noch die Qual der Wahl haben. Gut zu wissen, denn so entscheiden wir uns, noch ein bißchen rumzuschlendrianen und auch bei Hart van Friesland vorbeizuschauen.

Zunächst fahren wir Richtung Sneek, die Stadt werden wir nicht beehren. Kennen wir ja und nach Enge und Stress in den vielen Kanälen ist uns mal so gar nicht. Aber wir fahren das Gebiet 't Ges ab, den Werften-Boulevard. Hier versammelt sich vieles, was Rang und Namen hat im holländischen Schiffsverkehr, sozusagen Schaufensterbummel vom Wasser aus. Und dann schauen wir kurz bei Hart van Friesland rein und - werden bitter enttäuscht. Der Hafen ist knallevoll, wir kriegen uns so gerade an den Meldesteiger gequetscht. Von Tinus ist weit und breit nichts zu sehen,  er nimmt es wohl mal wieder locker. Kennen wir ja. Ein anderes Paar auf Durchreise/ Anreise, man weiß es nicht, hackt wütend auf ihren Smartphones rum mit ohne Ergebnis. Ich quatsche einfach mal ein paar Segler an, die im Hafen liegen und siehe - sie kennen Tinus auch gut und wissen halbwegs Bescheid. Immerhin wissen sie, dass wohl die letzten Plätze reserviert seien und sie noch mit Müh und Not untergekommen sind. Dafür weiß ich, dass das Restaurant nur am Wochenende auf hat, so dass jetzt sowohl die Segler als auch wir wohl nicht am Ziel unserer Wünsche sind. Wir entscheiden, nicht zu warten und einfach wieder zu Marrekrites zurückzukehren. Es ist zudem nämlich auch total heiß und in dem windgeschützten Hafen gar nicht mal verlockend.


Wir beehren also das Sneeker Meer und siehe da - unser Gewitter-Anleger vom letzten Jahr ist noch komplett frei. Übrigens die Rückseite der schönen Vogelschutzinsel, die einst den Drachentöter und das Engelchen so begeisterte. Wir nehmen also den und finden alles gut so, wie es ist. Vor allem auffrischender als bei Hart van Friesland. Er wird trotzdem unsere Lieblings-Marina bleiben und ist ja auch schön, wenn er so einen Zuspruch hat. Gibt es also Entenkino, Kanalkino und Inselkino statt Hafenkino. Und außerdem sehen wir mittlerweile eh arg verwildert aus, da passen wir da auch besser ins Outback.




Freitag, 25. September 2015

Uitwillingerga - Sneeker Meer - Terherne

Auch in Uitwillingerga werden wir von der Sonne wachgeküsst. Zum Morgentee gibt es einen besonderen Hafenkinofilm. Eine Rentnerband hat die Hart-van-Friesland-eigene große Schaluppe (ein ehemaliges, umgebautes schwedisches Rettungsboot, wie wir aus der mitgehörten Einweisung erfahren)  für den Tag gechartert und entert diese unter großem Hallo. Nachdem sich erstmal ein Seil in der Schraube verheddert hat und eine mühsame "Rettungsaktion" mitten im Hafen stattfindet, brechen auch wir dann mal auf.

Zunächst schippern wir ein wenig durch die wunderbaren idyllischen Kanäle rund um Hart van Friesland. Alle können wir leider nicht erkunden, weil der Tiefgang doch recht gering ist und eher geeignet für unser kleines Schalüppschen vom letzten Jahr. Aber schön ist es trotzdem. Die Kanäle wirken leicht verzaubert und ganz schnell wähnt sich man ganz weit weg von allem.

Dann ab ins Sneeker Meer und obwohl es dort heute relativ ruhig ist vom Seegang her, finden wir es unübersichtlich. Mag auch daran liegen, dass wirklich viele Segler unterwegs sind und die Orientierung dort nicht gerade leichter machen. Und es gibt so viele kleine Polder ringsum, wo man eben auch auf den Tiefgang achten muss, dass wir uns zum ersten Mal ver-navigieren und direkt auf dem Kanal Richtung Langweer landen, der doch erst für die letzten Tage geplant ist. Naja, wissen wir schon mal, wo der ist.... ( dachten wir, aber wir sollten da noch eines Besseren belehrt werden ) mein Pfadfinder-Gen funktioniert also auf dem Wasser nicht zwingend immer beim ersten Versuch.


Segelboote auf dem Sneeker Meer, Snitser Mar 


Das Sneeker Meer wird im Laufe des Tages voller als auffe 40 ( die wirste als Ruhrie echt nie los) Aber wir finden einen wunderbaren Marrekrite Platz an der mitten im Sneeker Meer gelegenen EVA- Insel, sowas von herzig und verbringen dort einen wunderbar entspannten Nachmittag bei herrlichstem Sonnenschein.

Marrekrite HerzchenPoller

Angelegt an der Eva Insel, mitten im Sneeker Meer 

Blick auf die Adam Insel, Sneeker Meer 

Insel im Sneeker Meer 

An dieser Stelle die längst überfällige Erklärung zu den schon öfter erwähnten Marrekrite-Anlegestellen. Die Marrekrite ist eine in Friesland ansässige gemeinnützige Vereinigung. Sie unterhält in Friesland 3000 Anlegestellen und Bojen und bietet dem Wasser-Touristen somit die wirklich weltweit einmalige Gelegenheit, unterwegs oder auch über Nacht (bis zu 3 Nächte darf man an einer Anlegestelle bleiben ) in der freien Natur anzulegen und diese zu genießen. Man kann an den VVVs ( Fremdenverkehrs-Informationsstellen, gibt es in fast jedem niederländischen Ort) und in anderen Geschäften sowie vielen Yachthäfen einen Wimpel erwerben und somit diese Vereinigung unterstützen, aber das ist keine Voraussetzung, diese auch nutzen zu dürfen. Aber natürlich haben wir einen Wimpel erworben, wir sind unglaublich begeistert von dieser so geschaffenen Möglichkeit und finden das außerordentlich unterstützenswert. Denn zumindest für uns ist das der  allergrößter Luxus: Einsamkeit, Ungestörtheit und einfach Ruhe. Mehr Informationen auf der Marrekrite Webseite.

der Marrekrite Wimpel 

bei Marrekrite, eine großartige Einrichtung 


Wir fahren jedenfalls weiter über das Sneeker Meer Richtung Terherne und passieren unsere erste Schleuse. Ok, das ist jetzt etwas gestrunzt, denn es ist eine große offene Schleuse, welche nur bei Unwettern und erwarteten hohen Wasserständen im Hinterland benutzt, bzw. geschlossen wird. So Art Delta Werke im Kleinen, will uns scheinen. Aber bitte - Schleuse. Für die Statistik reicht es. "Richtiges" Schleusen sparen wir uns besser für den nächsten Urlaub auf, so scharf bin vor allem ich nicht auf diese Erfahrung. Was wir von Terherne und seinen Yachthäfen am Ufer sehen, reizt uns jetzt eher weniger. Wir finden gegenüberliegend einen wunderschön gelegenen kleinen Yachthafen, allerdings ab von allem städtischen. Stört uns aber nicht. Im Gegensatz zu Hart van Friesland haben wir dort kein W-Lan, aber wenigstens Strom und können unsere Akkus  aufladen. Man kann eben nicht alles haben und irgendwas ist schließlich immer. Wir essen abends im hafeneigenen Restaurant Slibtongetjes und Stofpotje - beides erstaunlich gut. Ansonsten haben wir wieder einen Platz mit Premium-Blick, diesmal auf ergiebiges Schleusenkino. Endlos könnte ich im Bug der Agnes sitzen und das Wasserleben beobachten.

Schleuse bei Terherne, open Sluis 

Berufsschifffahrt auf dem PMK 

Hafenkino abends

das BunBo, das Bungalow Boot 
Träume von und auf dem Boot 

Donnerstag, 24. September 2015

Heeg - Ijlst - Sneek - Uitwillingerga

Wie weggewischt - das schlechte Wetter der letzten Tage. Ein wunderbares Wochenende kündigt sich an. Da scheint der Buienradar, den wir gestern dank des freien Friesland W-Lan in der Heeger City konsultieren konnten, ja recht zu behalten. Ich werde jedenfalls von der Sonne und wie es sich gehört, vom Captain wachgeküsst.

Früher Aufbruch, eine kurze Runde um die Heegemarer Eilanden und ab auf Johan Friso sein Kanal, Von dort auf die Wijde Wijmerts an Schafen und Kühen vorbei nach Ijlst. Vom Wasser aus sehen wir traumhafte Häuser, ach was Anwesen. Allerdings weiß ich nicht, ob es mein Traum wäre, mir direkt am holländischen Kanal eine Hazienda zu bauen. Aber jedem das Seine. Aber sonst - sehr nett.

Abgesehen von dem Typen, der wohl schon als Skipper geboren wurde und uns nach einer Brückendurchfahrt mit einem vorgetäuschten waghalsigen "ich ramm Dich gleich Manöver " zur Eile antreiben wollte. Wir waren ihm wohl zu langsam und er fürchtete, noch einen Brückenschlag länger warten zu müssen. Hatte ich nicht erst am Vortag im Magazin "Watersport in Nederland" die Klage eines altgedienten Seebären über Hochnäsigkeit und Protzbedürfnis von Freizeitkapitänen gelesen? Passt. Blieb zum Glück eine Ausnahme, meist wurde sich allüberall freundlich zugewunken und geholfen. Aber dieser Typ - f.d.h. Und damit ist nicht friss die Hälfte gemeint! Dafür aber f.d.h. only selbst und zwar für the rest of you armselig life. Ätzend. Und peinlich. Deutsche natürlich. War klar. Gut, dass ich auf holländisch zurückgeschrieen hab. Aber egal. Geht gleich wieder.  Eigentlich eh schon zuviele Zeilen über so eine Kackbratze. Dennoch - Friesland lebt vom Wassertourismus und dort auch davon, dass sich keiner so benimmt, als hätte er die Kanäle gekauft!!!!

Glitzerstaub auf den friese Meren 


Aquäductenroute in Friesland Holland 

Einfahrt in Sneek Blick aufs Wassertor 


Wir gleiten über ein weiteres Aquaduct und kommen ziemlich unvermutet in Sneek an. Viel schneller als gedacht stehen wir vor den Vuurturen. Im ersten Moment haben wir uns erschrocken und dachten, wir wären falsch gefahren, im zweiten entdecken wir die sehr kleine Brücke, vor der schon einige warten. Auch diese öffnet sich relativ schnell, Bruggeld st gratis, wie alle Brücken an diesem Tag. Vielleicht eine nette Geste zum Saisonausklang Ende August. Wir wissen es nicht. Sneek wirkt auch vom Wasser aus so wuselig, wie wir es in Erinnerung haben und wir belassen es beim Durchfahren. Sneek haben wir uns im letzten Jahr angeschaut und fanden es allenfalls durchschnittlich. Brauchen wir jetzt nicht zwingend. Wir fahren Richtung Sneeker Meer und finden auch sofort einen Marekrite-Anleger wieder, den wir aus dem letzten Jahr erinnern. Das Wetter ist grandios und wir legen in einem - ehrlich - fast perfekten Manöver erstmal für Kaffeepause und Sonnenbad gepflegt an.

Kurz vor Startereiland 

Marrekrite Anleger im Sneeker Meer 

Entspannung Marrekrite 

Gestärkt und ausgeruht lenken wir unsere Agnes am Spätnachmittag in Richtung Hart van Friesland. In dieser Marina im kleinen Uitwillingerga hatten wir letztes Jahr mit Freunden über den 1 Mai eine Ferienwohnung und erste Erfahrungen auf den friesischen Gewässern mit einem kleinen Schalüppchen gesammelt. Diesmal wollen wir gerne eine Nacht mit dem Boot dort verbringen. Wir halten kurz improvisiert und werden direkt vom Inhaber Tinus freundlich begrüßt. Er erinnert sich so halb und freut sich über unsere offenkundige Begeisterung, wieder dort zu sein. Es ist aber auch wirklich so ein gepflegter, schöner Hafen, regelrecht liebevoll gestaltet und es herrscht die gleiche entspannte, freundliche Atmosphäre wie im letzten Jahr. Wir bekommen einen ganz wunderbaren Platz direkt am "Leuchtturm", mit Premium Blick auf "unsere" alte Wohnung und den vorbeiführenden Kanal. Hart van Friesland ist wirklich Idylle pur und ganz nebenbei, auch einfach grandios gelegen. Eben genau im Herzen Frieslands. Sollten wir je ein eigenes Boot besitzen, wäre dies unser Traum-Dauer-Liegeplatz. Dürfte aber schwierig werden, denn wie unzweifelhaft zu sehen, ist Hart van Friesland bei Eingeweihten trotz der leicht versteckten Lage unverändert beliebt und gebucht. Ich empfehle diesen Hafen zwar uneingeschränkt, aber eigentlich nicht ganz so gerne. Wegen meiner kann er ruhig ein kleiner Geheimtipp bleiben. Wir verbringen jedenfalls einen wunderbar entspannten Abend dort an unserem Leuchtturm.



Der wunderschöne Yachthafen Hart van Friesland 

Unser Boot im hart van Frieseland Uitwillingerga

Leuchtturm im Hart van Friesland, Uitwillingerga 

neuester Trend im Yachthafen scheinen übrigens Fußmatten auf dem Bootssteg zu sein. Ohne Worte.