Am ersten Wochenende hatten wir Besuch an Bord. Die Wahlfamilie war bei anderen Freunden in deren Mobilheim in Lemmer und alle zusammen kamen zur Bootsbesichtigung und Narnia-Rundgang. Wir waren stolz, der Besuch begeistert, die Lemmeraner haben auch viel maritime Erfahrung und waren durchweg der Meinung, dass wir alles richtig gemacht haben.
Zwei Tage war ich danach lekker allein an Bord und fast allein im Hafen. Sicher nicht jedermanns
Sache, aber mir hat es gefallen. Je mehr nichts, desto besser und die Ruhe hat mir sehr gut getan. Die Nächte wurden mir präsentiert von schaukeligen 7 Windstärken, die Tage von wechselhaftem Aprilwetter. Da wechselhaft aber auch bedeutete, dass zwischendurch die Sonne strahlend schien, während es zuhause mehr als grottig war, ging das so in Ordnung.
Meine Tage alleine verbrachte ich mit Hafenkino, lesen, Podcasten und jaha - tatsächlich des Abends auch mit Fernsehen. Am Wochenende hatten wir bereits kein Bootsfahrwetter mehr und so nahmen wir doch tatsächlich das letzte unerforschte Spielzeug an Bord, die sich selbst ausrichtende Satelliten-Anlage in Betrieb. Ein bißchen müssen wir da noch an den Einstellungen fummeln, denn eingespeichert sind zwar dröfzigtausend deutschsprachige Sender, aber kein einziger aus NL. Kann ja nicht sein, dass ich zuhause NL-TV gucke, an Bord aber nicht. Geht gar nicht. Wobei Fernsehen an Bord ja auch nicht unsere größte Priorität ist.
Was ich noch tat an diesen Tagen, war spazierengehen. Ja, ich. Ich bin gelaufen. In der Not frisst der Teufel Fliegen und Lauf-Faule latschen los. Jede Ecke in und um Heeg habe ich erkundet, neue Ecken gefunden, alte und neue Aussichten genossen und richtig Freude dran gehabt. Aber es war dann auch schön, als der Captain wieder mit an Bord war.
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Heeger Impressionen |
Gemeinsam erkundeten wir noch eine uns bis dato unbekannte Ijsselmeer-Ecke und fuhren nach
Workum. Von dieser Stadt kannten wir bis dato nur die Workumer Trekvaart und eine ausgesprochen häßliche Eisenbahnbrücke, die wir auf dem Weg zur Trekvaart glücklicherweise links hatten liegen lassen können. Aber der Ort gefiel uns außerordentlich gut, wir waren angenehm überrascht. Wir werden dort auf jeden Fall nochmal hinfahren. Dann aber mit der Aquamarijn. Brunnen Nr. 8 konnten wir auf diese Art auch direkt abhaken. Und ja - es ist Kunst. Es kann nicht weg. Tada:
die 3 Löwen von Workum
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in Workum, um Workum, um Workum herum |
Wir schlugen uns dort ein wenig durch die Botanik und entdeckten feine kleine Buchten, denen wir sicher im nächsten Sommer unsere Aufwartung machen werden. Das wird allerfeinstes See-Kino. Ich bleibe dabei: Das Ijsselmeer ist die größte Wieder-Entdeckung der SommerTouren. Es ist wirklich toll, das Boot so nah am Ijsselmeer zu haben. Narnia ist zwar vielleicht nicht in allen Punkten die beste Wahl für einen Motorboot-Heimathafen, aber gerade für Tage, an denen man ein Ziel wünscht für 4 Räder ist das Ijsselmeer ideal.
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Moon over Canal Street |